Bern, 1. Juli 1998

Hern
Pfr. Thomas Rybka 

ul. Modlinska 205
PL-03-122 WARSZAWA

 

 

Sefar geehrter Herr Pfarrer,

 

heute bin ich von der Synode in Warschau wieder in Bern angekommen. Ich muss Ihnen leider sagen, dass ich von Ihnen sehr enttäuscht bin.   

   Nach meiner Auffassung haben Się die beste Chance Ihres Lebens verpasst, um zu beweisen, dass Bischof Wysoczanski sich zu Recht mit Ihnen versöhnt hat. Się wissen natürlich, dass im letzten Frühling viele Geistliche und Laien empört waren, als Się von unserem Abkommen vom 7. März 1997 hörten. Man hat Bischof Wysoczanski dieses Abkommen sehr übelgenommen. Vor und während der Synode haben mir das viele Menschen gesagt. Durch Ihr gestriges Verhalten haben Sie diesen Empörten Recht gegeben.

   Den ganzen Tag habe ich von Ihnen nichts anderes wahrgenommen als Angriffe auf die Kirchenleitung. Das begann schon am Anfang bei Nebensächlichkeiten wie der Bestellung von Präsidium, Sekretariat etc. Ihr Widerstand war völlig unnötig und sinnlos. Mit diesem wenig intelligenten Verhalten entlarvten Sie sich bereits hier.

   Als von jemandem die Weihen von Bischof Wysoczanski erneut angezweifelt wurden, hätten Sie sofort erklären müssen, dass Sie in unserer Vereinbarung eingestanden haben, dass Wahl und Weihe von Bischof Wysoczanski nicht in Zweifel gezogen werden können.

   Aus verschiedenen Voten hätten Sie zudem merken müssen, dass nur eine kleine Minderheit hinter Ihnen steht. Nach dem Votum der alten Frau, welches dieser und Bischof Wysosczanski die beeindruckende "standing ovation" mit Stolat-Gesang eintrug, haben Sie Ihre letzte Chance verpasst. Das war eine klare Demonstration gegen Sie (und andere aggressive Votanten). Sie hätten sofort damach um Verzeihung für den Schaden bitten sollen, den die Polsat-Sendungen angerichtet haben, wie das viele Redner von Ihnen gefordert haben.

   Dass Sie bei der Wahl des Vorsitzenden des Synodalrats Ihre Stimme Bischof Wysoczanski nicht gegeben haben, ist völlig unverständlich. Sie haben damit allen mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass Sie die Versöhnung nicht wollen.

   Nach all dem, was Sie sich an der Synode an Grobheiten und Aggressionen geleistet haben, haben Sie meiner Meinung nach kaum mehr eine Chance, sich wieder in die Kirche zu integrieren. Sie haben sich mit Ihrem nicht gerade intelligenten Verhalten selbst isoliert.

   Ich glaube nicht, dass Ihre Kirche jetzt noch viel für Sie tun kann, selbst wenn sie das möchte. Sie haben gestern in der Synode die Achtung verloren.

   In der Aussprache am Synodenvortag haben Sie mir gesagt, dass Sie die Versöhnung wollen. Ich glaube das nach dem Vorfällen an der Synode nicht mehr. Sie werden verstehen, dass ich nach all diesen Geschennissen nichts mehr für Sie tun kann.

   Ich denke, dass Sie eine schwierige Zukunft vor sich haben. Ich wünsche Ihnen alles Gute dafür und grüsse Sie freundlich .

 

 

Kopie: HH Bischof Wysoczański, Warschau
           Ks. Inf. Stanislaw Bosy, Stettin, Sekretär des Synodalrates

 

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